Gesellschaft

Der tägliche Wahnsinn – "Würdiger Gebrauch unseres Nationaldenkmals" – Professorin lobt Farbanschlag

"Schöne neue Welt" oder einfach nur der normale Irrsinn? Täglich ist man als Medienkonsument mit Meldungen aus allen möglichen Themenbereichen konfrontiert, die man vor wenigen Jahren noch als Satire verbucht hätte. Wir präsentieren hier in loser Folge eine kleine Auswahl aktueller Fälle.
Der tägliche Wahnsinn – "Würdiger Gebrauch unseres Nationaldenkmals" – Professorin lobt FarbanschlagQuelle: www.globallookpress.com © IMAGO/www.imago-images.de

  • 24.09.2023 14:35 Uhr

    14:35 Uhr

    "Würdiger Gebrauch unseres Nationaldenkmals" – Geschichtsprofessorin lobt Farbanschlag aufs Brandenburger Tor

    Hedwig Richter, Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Bundeswehr-Universität München hat den Farbanschlag der Klimaapokalyptiker der "Letzten Generation" auf das Brandenburger Tor am vergangenen Sonntag begrüßt. Auf Twitter/X schrieb die Historikerin:

    "Ein würdiger Gebrauch unseres Nationaldenkmals. Mir fällt momentan kein besserer ein."

    Auf Nachfrage erklärte die staatlich besoldete Wissenschaftlerin, die sich unter anderem mit den Themengebieten Demokratie- und Diktaturforschung, Migration und Geschlechterforschung befasst:

    "Es ist gut, dass das Nationaldenkmal an die Zerstörungen erinnert, die wir aktuell anrichten, die vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig benannt wurden und gegen die wir viel zu wenig unternehmen."

  • 11:00 Uhr

    Und nochmal: Göring-Eckardt erinnert Nordhäuser an KZ

    Katrin Göring-Eckardt, die grüne Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, hat die Nordhäuser anlässlich der Oberbürgermeisterwahl in der Thüringer Stadt aufgerufen, nicht den in der ersten Runde erfolgreichen AfD-Kandidaten zu wählen – und dabei noch einmal an das KZ-Außenlager in der Nazizeit erinnert.

    Damit setzte die frühere Theologiestudentin, die als vehemente Unterstützerin strikter Corona-Maßnahmen und Waffenlieferungen an die Ukraine in Erscheinung getreten ist und den Ostdeutschen "Diktaturverherrlichung" vorwirft, die AfD mit dem Nazi-Regime gleich. 

    Der AfD-Kandidat Jörg Prophet hatte bei der ersten Runde der Wahl vor zwei Wochen mit 42,1 Prozent der Stimmen vorne gelegen. Der parteilose Amtsinhaber Kai Buchmann, zu dessen Unterstützung Göring-Eckardt aufruft, kam auf 23,7 Prozent. Bereits nach dem ersten Wahlgang hatte die Grüne "aus gegebenem Anlass" an das KZ-Außenlager erinnert.

  • 10:19 Uhr

    "Einfach falsch in der Pauschalität" – Katharina Schulze will von Migrantengewalt und Vergewaltigungen nichts wissen

    Ein Videobeitrag des Nachrichtenmagazins Spiegel zeigt, wie die Spitzenkandidaten der Grünen für die kommende Landtagswahl in Bayern, Katharina Schulze, auf die Realität traf. Schulze stand gerade mit dem ihr eigenen Dauerlächeln am Wahlstand in Cham in der Oberpfalz, als sie von einem mit grüner Politik unzufriedenen Mitbürger zur Rede gestellt wurde.

    Insbesondere die liberale Einwanderungspolitik schien dem Mann übel aufzustoßen. In Regensburg sei die Situation durch Begegnungen mit "Gästen" besonders gefährlich, behauptete er. Man werde nachts überfallen und Mädchen würden vergewaltigt.

    Der bayerische Mitbürger spielte vermutlich auch auf den Fall des 23-jährigen Afghanen an, den das Amtsgericht Regensburg Anfang August wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs in mehreren Fällen zu einem Anti-Aggressionstraining verurteilte.

    Schulze war über die Konfrontation mit den Zuständen, die in Deutschland herrschen, zunächst sichtlich verwirrt. Dann sagte sie: "Das ist einfach falsch in der Pauschalität ..."

    Den Gegenbeweis lieferte sie gleich selbst: "Ich war erst neulich in Regensburg." Ohne vergewaltigt zu werden, meinte sie wohl. Schach und matt. Regensburg ist wieder sicher.

  • 23.09.2023 16:50 Uhr

    16:50 Uhr

    "Anti-Christ, Satans Braut": 1.800 Euro Strafe für Beleidigung von Strack-Zimmermann

    Ein Nutzer von Twitter/X hat in einem Post erklärt, für eine angebliche Beleidigung der FDP-Abgeordneten und Rüstungslobbyistin Marie-Agnes Strack-Zimmermann eine Geldstrafe in Höhe von 1.800 Euro erhalten zu haben. Beigefügt ist ein Foto des Strafbefehls. Dessen Echtheit lässt sich nicht überprüfen, allerdings ist die Politikerin dafür bekannt, zahlreiche Strafanzeigen zu stellen und so auch Einfluss auf die Berichterstattung über sie zu nehmen.

    Der Nutzer, der offenbar nichtdeutscher Herkunft ist, hatte laut Strafbefehl im Januar 2023 auf Twitter geschrieben (Schreibung wie im Original):

    "Frau Strack Zimmermann wird in der Hölle schmoren für ihre bösen Taten. Diese Frau macht nut Lobby für Waffenlieferungen und Krieg-Hass. Ich sehe an ihr den Anti-Christ. Satans Braut."

    Der Strafbefehl begründete die Geldstrafe von "60 Tagessätzen zu je 30,00 Euro (=1.800 Euro)" wie folgt:

    "Durch diese gesellschaftlich zu missbilligenden Äußerung würdigten Sie die betroffene Politikerin bewusst und in Ehrangreifender Weise herab. Der politische Wirkungskreis der betroffenen Politikerin wurde dadurch in besonderer Weise eingeengt und der Blick der Bevölkerung bewusst in eine Richtung gelenkt, die das Vertrauen in die persönliche Integrität der betroffenen Politikerin erschüttert."

    Der Nutzer bittet in seinem Tweet um Spenden. Er erklärte wiederholt, die Politikerin nicht beleidigt zu haben. Er habe nur erklärt, dass sie Böses tue.

  • 13:35 Uhr

    ARD klärt auf: Zensur gibt es nur bei den Anderen

    Die ARD hat ihre Leser auf Instagram über Zensur aufgeklärt. Diese gehe meist vom Staat aus und sei in Deutschland nicht erlaubt. Wenn man selbst Posts lösche oder verstecke, habe das mit Zensur natürlich nichts zu tun.

    In China führten bestimmte Suchbegriffe im Internet ins Leere, in der Türkei würde Journalisten verhaftet und in Russland seien sogar Internetseiten gesperrt worden. Moment, war da was?

    In den Sozialen Netzwerken wurden die Aussagen der ARD eher kritisch hinterfragt.

  • 10:43 Uhr

    Deindustrialisierung: Die letzten Töne eines deutschen Stahlwerks

    Im ehemaligen Mannesmann-Röhrenwerk Düsseldorf, mittlerweile Teil des französischen Unternehmens Vallourec, wurde am Donnerstag des letzte Stahlrohr hergestellt. Hunderte Arbeiter verabschiedeten sich mit einer emotionalen Zeremonie von ihrem Werk.

    Vallourec hatte bereits im Mai 2022 die Schließung der beiden Werke in Düsseldorf und Mühlheim mit 2.400 Mitarbeitern angekündigt. Man müsse sich eingestehen, so das Unternehmen damals, dass die Produktion nahtloser Stahlrohre "für uns in Deutschland aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr darstellbar ist". 

  • 10:19 Uhr

    Personalmangel: Kölner Kita kontrolliert Zugang mit Türsteherin

    Der Mangel an Kitaplätzen ist bundesweit bekannt und bei berufstätigen Eltern mehr als gefürchtet. In Köln sieht sich nun ein städtischer Kita-Anbieter gezwungen, aufgrund fortdauerndem Personalmangels eine Türsteherin in der Einrichtung zu platzieren, die nur Kindern mit vorab festgelegter Tageserlaubnis den Zutritt genehmigt.

    Die Eltern stehen dieser geltenden Regelung hilflos gegenüber und müssen an zwei Tagen der Woche daher selbst betreuen oder entsprechende Aushilfen organisieren. Der Kita-Anbieter, die Stadt Köln, erkennt darin jedoch kein "Besuchsverbot". Der Abteilungsleiter der Behörde erklärte dem WDR in Habeckscher Logik-Darlegung:

    "Das ist für mich ein klarer Unterschied. Es ist kein Verbot, sondern wir haben einfach nicht die Personalkapazitäten, um diese Betreuung dann aufrecht zu erhalten."

  • 22.09.2023 21:27 Uhr

    21:27 Uhr

    Der Sender Phoenix hat in einem Interview die "Migrationsforscherin" Yuliya Kosyakowa befragt. Dabei wurde nicht erwähnt, dass diese Autorin für die Heinrich-Böll-Stiftung tätig ist, die parteinahe Stiftung von Bündnis 90/Die Grünen.

  • 17:41 Uhr

    Ricarda Lang: "Obergrenze für Flüchtlinge nur Scheinlösung"

    Am 20. September verkündete die Co-Vorsitzende der Grünen auf X/Twitter wenig relevante und überflüssige private Beziehungsjubiläen. Zwei Tage später hieß es dann in einem X-Posting zum Thema der aktuellen Asylkrise in Deutschland, geschrieben im rosaroten Elfenbeinturm in Wolkenkuckucksheim:

    "Was es jetzt dringend braucht: – mehr finanzielle Unterstützung von Kommunen – Investitionen in Infrastruktur wie Wohnraum – Abbau von Bürokratie – europäische Verteilung – Aufhebung von Arbeitsverboten und Integrationsoffensive"

    Obergrenzen für Flüchtlinge sind für Lang weiterhin "Scheinlösungen, die nicht umsetzbar sind" und unschönes "Wahlkampfgetöse". Im beginnenden Wahlkampf zur Bundestagswahl 2021 präsentierte sie ihre speziellen Wahrnehmungen, mit dem kalkulierten Wissen von daraus resultierenden Konsequenzen niemals betroffen zu sein. Ihr "ernsthafter und nachhaltiger" Lösungsansatz lautete:

  • 14:00 Uhr

    "Kriegsbesoffen im FDP-Bunker": Strack-Zimmermann fordert Verlegung deutscher Patriots in die Ukraine

    Die FDP-Bundestagsabgeordnete und Rüstungslobbyistin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat die polnischen Pläne für die Einstellung der Waffenhilfe an Kiew scharf kritisiert und für diesen Fall die Verlegung der in Polen stationieren Flugabwehrsysteme in die Ukraine gefordert. Dem Spiegel sagte die FDP-Frau:

    "Sollte die polnische Regierung aus innenpolitischer Stimmungsmache heraus der Ukraine keine Waffen mehr liefern wollen, sollte Deutschland erwägen, seine in Polen stationierten Flugabwehrraketensysteme direkt in die Ukraine zu verlegen."

    Die Linken-Abgeordnete Sevim Dağdelen kommentierte auf Twitter/X:

    "Biden verweigert Selenskij ATACMS-Raketen, Polen stoppt seine Waffenlieferungen in die Ukraine, aber bei den Kriegsbesoffenen im FDP-Bunker brennt noch Licht."



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