Nahost

Blutiges Wochenende im Westjordanland: Gotteshäuser in Flammen und tödliche Gewalt eskaliert

Ein tödliches Gefecht im Dorf Tal entfacht eine neue Welle der Zerstörung. Während Gotteshäuser brennen, stellt ein UN-Bericht eine brisante Frage zur Rolle des israelischen Militärs. Was geschieht dort wirklich?
Blutiges Wochenende im Westjordanland: Gotteshäuser in Flammen und tödliche Gewalt eskaliertQuelle: Gettyimages.ru © Anadolu / Issam Rimawi

Am Wochenende kam es im Westjordanland zu mehreren Vorfällen mit Gruppen israelischer Siedler, wobei zwei Moscheen und Ackerland in Brand gesteckt sowie weitere Besitztümer verwüstet wurden, inmitten eskalierender Gewalt gegen Palästinenser.

Die jüngsten Angriffe ereigneten sich zwei Tage nach einem schweren Zusammenstoß zwischen Siedlern und Einheimischen nahe dem palästinensischen Dorf Tal, südwestlich der Stadt Nablus. Am Freitag betrat eine große Gruppe von Siedlern das Dorf, was zu Scharmützeln mit Einheimischen und letztlich zu einer Razzia des israelischen Militärs in Tal führte. Bei dem anschließenden Chaos wurden unter ungeklärten Umständen mindestens vier Palästinenser und zwei israelische Soldaten getötet, wobei beide Seiten einander die Schuld gaben.

Der Vorfall in Tal löste einen Anstieg der Siedlergewalt aus, und am frühen Sonntag wurden im Westjordanland zwei Moscheen angegriffen. Eine im Bau befindliche Moschee wurde im Dorf Qusra südöstlich von Nablus in Brand gesteckt, und eine weitere wurde in Kour, einem palästinensischen Dorf südöstlich der Stadt Tulkarm, angezündet. Das unvollendete Gebäude vom Feuer schwer beschädigt, während es Gläubigen gelang, die Flammen an der Kour-Moschee noch rechtzeitig zu löschen.

In beiden Fällen wurden die Gebäude mit beleidigenden Graffiti in hebräischer Sprache beschmiert. Die palästinensischen Behörden verurteilten das "abscheuliche Verbrechen" und wiesen darauf hin, dass israelische Siedler im Laufe des Jahres 2025 insgesamt 45 Moscheen im gesamten Westjordanland angegriffen hätten. Abgesehen von den Angriffen auf die Moscheen wurde Berichten zufolge auch ein privates Wohnhaus in der Stadt Beit Furik in Brand gesteckt, landwirtschaftliche Flächen wurden niedergebrannt und Autos an mehreren Orten mutwillig beschädigt. Palästinensische Arbeiter wurden zudem in einem Steinmetzbetrieb nahe Ramallah angegriffen.

Die israelischen Militärbehörden in den besetzten Gebieten verurteilten die Angriffe und erklärten, dass Ermittler an die betroffenen Orte entsandt worden seien, um Beweise zu sammeln. Sie versprachen, weiterhin entschlossen zu handeln, um die "Sicherheit und öffentliche Ordnung in der Region aufrechterhalten." Sowohl israelische als auch palästinensische Menschenrechtsgruppen wiesen darauf hin, dass solche Ermittlungen indes selten zu rechtlichen Konsequenzen für die Siedler führen.

Die Siedlergewalt nimmt im Westjordanland seit dem Überraschungsangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023, der einen schweren Konflikt in Gaza auslöste, stetig zu. Die Gewalt eskalierte in diesem Jahr weiter, mit fast täglichen Angriffen, wie aus einem im vergangenen Monat veröffentlichten UN-Untersuchungsbericht hervorgeht. In dem Bericht heißt es, dass randalierende Siedler bei Angriffen auf Palästinenser zunehmend von israelischen Kräften geschützt würden.

"Die zunehmende Beteiligung israelischer Sicherheitskräfte an Siedlerangriffen kommt einem faktischen Zusammenbruch der Unterscheidung zwischen Siedlern und Soldaten gleich", schlussfolgerte der Report.

Israel wies die UN-Ergebnisse damals zurück und warf dem Gremium vor, sich auf unbewiesene Anschuldigungen zu stützen und eine "falsche moralische Gleichsetzung" zwischen Hamas-Militanten und israelischen Zivilisten herzustellen.

Mehr zum Thema – Israelischer Luftangriff zerstört Wohnhaus in Gaza-Stadt

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.